Wir über uns

Der Anfang

1998 kam ich mit zwei Freundinnen nach Chora Sfakion um ein Jahr Auszeit von Deutschland zu nehmen. Wir suchten uns einen Saisonjob, der auch gleich gefunden war. Zu zweit begannen wir im – damals noch kleinen – Hotel Xenia zu arbeiten.
Die Dritte im Bunde fand einen Job am Strand vom Hotel Vritomartis.

Gewohnt haben wir in einem kleinen, alten Häuschen, oberhalb vom Dorfstrand Vrisi, das wir für die Saison gemietet hatten. Mit viel Arbeit wurde es zu unserer Oase. Unser Leben spielte sich im Hof ab. Wir duschten mit dem Gartenschlauch und unsere Toilette hatte kein Dach…war das romantisch.

Damals gab es noch die Dorfdisco, der Treff für Einheimische und Touristen. Dort kamen wir oft erst heraus, als die Sonne schon aufgegangen war. Es war ein tolles, aufregendes und unvergessliches Jahr.

Und der Beginn! – Mein Herz war sofort geklaut. Manouso hatte es mir gestohlen. Dennoch musste ich nach Ablauf des ersten Jahres zurück nach Deutschland. Dort hielt es mich aber nur einige Monate. Schon bald entschied ich mich für eine weitere Saison im Hotel Xenia.

Manouso und ich wurden ein Paar, ich lernte seine Familie kennen und wurde sofort herzlich aufgenommen. Seine Eltern traten ihm ihr Kafenion ab, er hatte ja jetzt eine Frau gefunden – mich!

Der Anfang als Kafenionswirtin war nicht einfach. Ich musste viel lernen. Das Kochen der griechischen Gerichte, den Umgang mit den griechischen Gästen, viele ungeschriebene Regeln, die Mentalität und vieles mehr. Die Mutter meines Nachbarn gab mir oft Tipps zum Bereiten der traditionellen Speisen.

In der Dorfgemeinschaft wurde ich wie selbstverständlich und herzlich aufgenommen. In diesem Jahr lernte ich griechisch mit Hilfe von Einheimischen, dem Wörterbuch und vielem, vielem Sprechen. Einige Dorfeinwohner machten sich einen Spaß daraus, mir eine falsche Auskunft bzw. Übersetzung zu geben, was mich in so manch’ peinliche Situation brachte! Wir lachen noch heute darüber.

So zogen die ersten zwei Jahre ins Land und wir beschlossen zu heiraten.

 

Die Hochzeit

Wir entschlossen uns im August 2002 kirchlich zu heiraten. Als das Datum feststand, es war der 2.10., rief ich mit klopfenden Herzen meine Familie in Deutschland an, um ihnen die Neuigkeit zu erzählen und sie zur Hochzeit einzuladen. An die verschiedenen Reaktionen kann ich mich gar nicht mehr erinnern, ich war viel zu aufgeregt.

Manouso war in den nächsten Wochen damit beschäftigt hunderte von Einladungen zu schreiben. Überall lagen Zettel herum, es durfte keiner vergessen werden. Soviel war zu organisieren für eine „big fat greek wedding“.
Meine Schwiegermutter brachte mir den Hochzeitstanz bei, und mir erscheint es heute noch unglaublich, dass ich diese komplizierten Schritte gelernt habe. Leider habe ich ihn mittlerweile wieder vergessen.
Wir entschieden uns, einen alten, traditionellen Brauch mitzumachen: Im Rahmen einer kleinen Party wurde das Bett wenige Tage vor der Hochzeit von Jungfrauen  mit neuen und weißen Laken bezogen und geschmückt. Ab diesem Zeitpunkt wohnte Manouso bis zur Hochzeit mit seinen Eltern in Chora Sfakion und ich in Chania bei seiner Schwester.
Zwei Tage vor der Hochzeit fand in Chora Sfakion im Haus von Manousos Vater die Vorhochzeit (Κανισκια) statt, bei der Verwandte und Freunde Geschenke ( Schafe, Ziegen, Honig, Käse…) bringen. Ich verbrachte den Abend mit meiner Familie und Freunden in Georgioupolis.

Am Tag der Hochzeit war ich erkältet. Vor lauter Aufregung hat mich das aber gar nicht sehr gestört.
Im Haus meiner Schwägerin wurde ich geschminkt und frisiert. Meine Schwester und Mutter halfen mir beim Anziehen vom Hochzeitskleid. Danach machten wir uns alle auf den Weg nach Askyfou zu der kleinen Kirche „Panagia“ gleich bei unserm Kafeneion, wo die Trauung stattfinden sollte.

Wir kamen zu spät! Es schüttete wie aus Eimern und der Blumenschmuck an den Scheibenwischern hinderte uns am weiterfahren. Auf dem kleinen Fußweg zur Kirche wurden wir alle sehr nass. Bei brechendvoller Kirche, dauerte die Trauung über eine Stunde.  Gefolgt von vielen Glückwünschen, Händeschütteln und Küsschen geben.

Die Hochzeitsfeier war wunderschön. Die Braut und der Bräutigam führen den ersten Tanz an. Danach kommen alle Familienmitglieder, Verwandte, der Trauzeuge und  seine Gesellschaft, und möchten abwechselnd mit der Braut tanzen. Diese griechischen Brauttänze können bis zu zwei, drei Stunden gehen. Ich weiß nicht mehr wie lange die Tänze an meinem Hochzeitsabend dauerten, das lag wohl am Glück – oder am Fieber das ich hatte.

Advertisements

10 Kommentare zu “Wir über uns

  1. Fimu sagt:

    Was für eine schöne Liebesgeschichte! Weiterhin viel Glück und Segen, auf all Euren Wegen, wenn auch weit weg von Heimat und Familie…
    Ganz viele OLG+K von Lieblings-Fimu

  2. Hanni sagt:

    Jassou Marion,
    da hast du aber was ganz “ Schönes “ erlebt, daß du auf Kreta einen Mann kennen lernen durftest und daß ihr eine Familie gegründet habt, “ Herzlichen Glückwunsch “ (nachträglich) zu so viel “ GLÜCK „!!! Das freut mich ganz arg, für EUCH! Deine HP ist toll!
    Ich werde euch nächstes Jahr 2011 besuchen und mich verwöhnen lassen, darauf freue ich mich sehr!
    Bis dahin, wünsche ich dir und d.Familie,
    nur das “ BESTE „, Grüßle von Hanni

  3. Monika sagt:

    Hallo Marion, habe den link durchs Kreta-Forum geöffnet und werde hier die Tage mal stöbern. Schöne website habt Ihr – so auf den ersten Blick gesehen. Und Eure Geschichte ist ja richtig schön romantisch, was fürs Herz 🙂
    Liebe Grüße aus Köln
    Monika (Sonne)

    • Hallo Monika,
      freut mich, dass sie Dir gefällt. Viel Spaß beim stöbern…!
      Ja das war damals schon alles sehr aufregend und romantisch.
      Wünsche Dir eine schöne Adventszeit. Das Wetter bei Euch paßt richtig dazu.
      Liebe Grüße
      Marion

  4. Eva-Maria Frey sagt:

    Jassou,liebe Marion,
    danke,dass Du mir den Tip für Eure tolle HP gegeben hast. Für mich sind das alles neue Erfahrungen und ich finde es toll,auf diese Weise miteinander in Kontakt zu kommen.
    Wir freuen uns mit Dir über Dein Lebensglück und wünschen von Herzen alles Gute !!!
    Wir werden uns zum 1.Mal ein Mietauto besorgen,um Kreta richtig erkunden zu können,und dabei auch bei Euch gern Besuch machen -ohne Euch aber zur Last zu fallen !!
    Stokalo und Gruß von Eva

  5. Siegfried Mohr sagt:

    Liebe Marion,

    para kalo für deine tolle HP, ich finde es ganz fantastisch, dass du so schnell Griechisch gelernt hast und mitten unter den lieben Kretern lebst,
    Vielleicht gelingt es mir und meiner Frau im nächsten Jahr in den Herbstferien auf Kreta Urlaub zu machen, Auch wir werden uns freuen ein
    typisch griechisches Likal zu besuchen im Innern der Insel – natürlich das von dir und deinem Mann – zu besuchen

    Adio!
    Siegfried u. Margit.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s